Bujinkan

Das Bujinkan ist die größte Ninjutsu (Budo Taijutsu) Organisation. Geleitet wird diese Organisation von Großmeister Dr. Masaaki Hatsumi.

Dr. Masaaki Hatsumi gründete das Bujinkan in Gedenken an seinen Lehrer Takamatsu.

Die Bedeutung von dem Begriff „Bujinkan“ kann in der deutschen Sprache am ehesten mit „Die Trainingshalle des göttlichen Kriegers“ übersetzt werden.

Budo“ bedeutet einfach übersetzt „Kampfkunst“.

Das Wort „Bujinkan Budo“ setzt sich aus neun verschiedenen Ryuha zusammen. Davon stellt jede ein in sich geschlossenes Kampfsystem dar und weist jeweils eine individuelle stilspezifische Besonderheit auf.

Der Soke aller dieser Stile ist Dr. Masaaki Hatsumi. Er lebt in Noda, einem Stadtteil von Tokyo in Japan.

 

Kukishinden Ryu

Die Schule der neun Dämonengötter

Diese Schule ist die mit den meisten Verbindungen und Verwandten zu allen Bujinkan Ryuha. Es gibt noch andere Soke des Kukishin Ryu, z. B. den Hontai Yoshin Ryu. Soweit die Geschichte stimmt, ist der Kukishinden Ryu eine Zweigschule des Kukishin Ryu, die Takamatsu als Dank für seine Rekonstruktion der Densho gründen durfte. Ursprünglich war er zum Soke des Kukishin Ryu erklärt worden, hatte diesen Titel aber an Iwami Nangaku abgeben müssen, weil er während seiner Reisen in China als vermisst galt.

Auch Aikido soll vom Kukishin Ryu abstammen, Ueshiba Morihei soll seine Stabtechniken vom Soke des Kukishin Ryu erlernt haben.

Auch der Gründer des Judo, Kano Jigoro, hat Techniken von Takamatsu Sensei gelernt.

 

Shinden Fudo Ryu

Die Schule des Unbewegten Herzens

Der Shinden Fudo Ryu wurde in der Mitte des 12. Jahrhundert von Genpachiro Temeyoshi gegründet. Man kann die Spuren bis zum Koshijutsu zurückverflogen, der von Izumo Kanja Yoshitero eingeführt wurde. Es ist nicht klar, ob er die selbe Person ist wie der Izumo des Kukishinden Ryu.

Die Basis der Lehre ist die Kenntnis der Natur. Das Training beginnt, indem man die Natur benutzt, um seinen Körper zu stärken. Zuerst die Beine und Hüften, danach die Fäuste.

In diesem Ryu baute man keine Dojo oder bastelte sich Trainingswerkzeuge, sondern blieb beim Training in der Natur.

An Bäumen übte man sich im Schlagen und Brechen. Dann übte man sich darin, die Stirn an Bäumen härter zu machen.

In den Bambuswäldern trainierte man das Treten der einzigartigen Tritte des Shinden Fudo Ryu.

Man übte sich darin die Rinde von den Bäumen zu reißen, was einem Hautabreißen sehr ähnlich ist.

Diese Schule ist auf Jujutsu und Iainuki spezialisiert. Die Katana ist im Shinden Fudo Ryu viel länger und schwerer als eine normale Katana, was es sehr schwer macht ein solches Schwert zu ziehen. Dafür war man dann später in der Lage normale Schwerter viel schneller zu ziehen.

Izumo soll der Umgang mit dem Yari von Tengu beigebracht worden sein, noch heute sind diese Techniken ein Geheimnis geblieben. In diesem Ryu wurden verschieden Yari eingesetzt, die Ono, Otsuchi und die Naginata.

Das Hojojutsu wurde in diesem Ryu auch eingesetzt. Mit den großen Kriegsäxten konnte man eine Samurairüstung zerschlagen, mit dem Kriegshammer konnte man Türen und Barrikaden zerschlagen. Die Naginata wurde vor allem von Fußsoldaten gegen Reiter einsetzt.

Im Shinden Fudo gibt es keine Kamae, die Shizen no Kamae ist das Erkennungszeichen dieses Ryu.

Es war außerordentlich wichtig immer auf den Füßen zu landen, wenn man geworfen wurde, weil man im Shinden Fudo Ryu immer das Daisho trug. Ein Sturz mit den Schwertern war sehr gefährlich und konnte sogar schon mit Holzschwertern tödlich enden.

Es gibt eine Redensart, die besagt, dass man in der Lage sein muss einen Überschlag mit nur einem Finger durchzuführen, um in der Lage zu sein mehr als die Grundtechniken zu lernen.

Takamatsu wurde das erste Jahr, als er bei seinem Großvater Toda den Shinden Fudo Ryu lernte nur herumgeworfen bevor er das erste mal eine Kata lernen durfte.

 

Gyokushin Ryu

Die Schule des mit Juwelen geschmückten Herzens

Das Gyokushin Ryu Ninjutsu ist ein Zweig des Koshijutsu, und es wird angenommen, dass der Gründer Sasaki Goeman Teruyoshi, ein Schüler des Gyokko Ryu war. Die Methoden des Kumogakure Ryu (Blöcke, Schläge und Stellungen) ähneln stark denen des Gyokko Ryu.

Sasaki Gendayu stand im Dienst von des Daimyo von Kishu, und bekam einen Sold von 200 Koku pro Jahr, später sogar 400 Koku. Wahrscheinlich war er wie sein Vater sehr fähig im Gyokko Ryu.

Der Gyokushin Ryu wurde im Geheimen gelehrt, in den Kishu- und Takeda-Provinzen. Irgendwann im 17. Jahrhundert kam er mit dem Togakure Ryu und der Toda-Familie in Kontakt. Nachdem der Stil an Toda Nobutsuna weitergereicht worden war, wurde er nicht länger geheim gehalten.

Über das Kampfsystem des Gyokushin Ryu ist wenig bekannt. Das System war mehr auf Spionage und andere Ninjafertigkeiten spezialisiert, als auf Kampf.

Der Gyokushin Ryu ist bekannt für den Gebrauch des Nagenawa.

Kano Jigoro, der Gründer des Judo war ein Freund von Takamatsu Sensei. Es wird vermutet, dass Takamatsu als Gast im Kodokan das Gyokushin Ryu lehrte.

 

Koto Ryu

Die Schule des den Tiger niederschlagen

Es wird vermutet das das Koto Ryu Koppojutsu von China über Korea kam, von Chan Busho, einem chinesischen Krieger mitgebracht. Das währe dann aber viele hundert Jahre vor der Gründung des Koto Ryu gewesen. Der genaue Ursprung des Ryu ist nicht bekannt, doch wurden die Techniken 1542 von Sakagami Taro Kunishige im Ryuha zusammengefasst. Er war auch der Soke des Gyokko Ryu. Beide Stile haben sehr viele Ähnlichkeiten.

Viele Ninja und Samurai wurden in den Methoden des Koto Ryu trainiert. Momochi Sandayu lehrte Ishikawa Goemon, den berüchtigten Ninja, der ein Krimineller war. Momochi verleugnete immer, das Ishikawa Goemon jemals ein Mitglied seines Clans war.

Goemon wurde als der Ninja Robin Hood angesehen und wurde wahrscheinlich gefasst und in kochendem Öl zu Tode gebrüht. Einige Historiker, auch Takamatsu Toshitsugu glauben, er wurde nie gefasst, das Shogunat war nur zu beschämt dies zuzugeben. In vielen Fällen ist die Geschichte, die mündlich weitergegeben wurde glaubwürdiger als das geschriebene Wort.

Der Koto Ryu enthält das komplette Kyusho. Der Ryu hatte eine sehr seltene und außergewöhnliche Methode des Kenjutsu, bei der das Schwert so gehalten wurde, als ob der Schwertkämpfer unfähig wäre, Griffe und Stellungen werden ständig verändert.

Außerdem gibt es in diesem Ryu eine einzigartige Stellung, die Mangetsu no Kamae, bei der das Schwert über dem Kopf gehalten wird, um den Gegner mit dem Sonnenlicht auf der Klinge zu blenden. Oder bei Regen wurde die Blutrinne benutzt, um Wasser zu sammeln, das dann als Blendmittel für die Augen des Feindes benutzt wurde.

Eine weitere Spezialität des Koto Ryu ist dem Gegner nicht in die Augen, sondern zwischen die Augenbrauen zu schauen. So kann er nicht die Absichten erkennen, glaubt aber Augenkontakt zu haben, was ihn verwirren wird.

Takamatsu Toshitsugu startete sein Training im Koto Ryu als er 9 Jahre alt war und wurde mit 13 Jahren zum Meister erklärt.

1960 soll Takamatsu einen Journalisten des Tokyo Sport Newspaper von der Wirksamkeit des Koto Ryu überzeugt haben, indem er fünf Löcher mit den Fingern in die Rinde eines Baumes bohrte.

 

Gikan Ryu

Schule des Lernens von Gerechtigkeit

Das Gikan Ryu Koppojutsu wurde von Uryu Hangan Gikanbo gegründet, der Daimyo von Kawachi no Kuni (Burg Kawachi) war. Es wird erzählt Uryu Hangan Gikanbos Schlag war so kraftvoll, das er einmal eine Schwertklinge in zwei Hälften schlug.

Takamatsu Toshitsugu hatte den Ryu ursprünglich an Akimoto Fumio übertragen, der der 14. Soke wurde. Doch Akimoto ereilte ein frühzeitiger Tod durch Krankheit 1962 und er hatte keine Erben. Deshalb kam das System zu Takamatsu Sensei zurück. Der übertrug es dann Hatsumi Masaaki, der der derzeitige Soke ist.

Eine Lehre des Gikan Ryu ist 武風に先手なし. Der Ryu hat viele spezielle Tritte, Schläge und Würfe. Hatsumi hat erklärt der Ryu hat keine Schritt-für-Schritt Erklärungen der Techniken und keine Kata. Deshalb werden die Methoden mündlich weitergegeben.

Hatsumi hat diesen Ryu in der Öffentlichkeit noch nicht gelehrt, weil er sehr schwer sein soll. Die Stellungen sollen sehr tief sein, die Zehen zeigen fast immer in die gegengesetzte Richtung, was ein gutes Gleichgewicht erfordert.

 

Takagi Yoshin Ryu

Die Schule des Hoher Baum-Weide-Geist

1569, während der Yeiroku Ära (1568-1579), lebte in der Gegend Funagata Yama von Miyagi ein Bergpriester aus der Abe-Familie, der Unryu (Wolkendrache) genannt wurde. Der Bugei Ryuha Daijiten überliefert seinen Namen als Sounryu. Er war ein Experte in Shuriken, Bojutsu, Yari, Naginata und Taijutsu des Amatsu Tatara Rinpo Hiden Makimono.

Die Amatsu Tatara Schriftrollen wurden von den Abe, Nakatomi, Otomo und den Monobe aufbewahrt. Die Familie von Takamatsu Sensei hatte auch eine Kopie, weil sie mit der Kuki-Familie verwandt waren.

Unryu lehrte sein System Ito Sukesada, einem berühmten Kampfkünstler zu seiner Zeit. Er war ein Samurai aus Katakura Kojuro in der Fukushima Provinz und fügte Hanbo, Kenjutsu und Kodachi zu den Lehren von Unryu dazu.

Er lehrte die Techniken, die später zum Takagi Yoshin Ryu werden sollten Takagi Oriemon Shigenobu, einem jungen Samurai aus Tohoku-Shiroishi Han in Oku. Er wurde am 2. April 1625 geboren und starb am 7. Oktober 1711. Er erlangte das Menkyo Kaiden, als er gerade 20 Jahre alt war. Am 15. August 1695 wurde er vom Kaiser Higashiyama zum Shihan in 6 verschiedenen Kampfkünsten der kaiserlichen Leibwächter ernannt.

Er veränderte, verbesserte und erweiterte die Techniken, die er von Ito gelernt hatte und fasste sie als Takagi Yoshin Ryu zusammen, nach sich selbst benannt.

Er lernte eifrig, um sich selbst zu verbessern, um damit den Mord an seinem Vater zu rächen. Sein Vater hatte ihm eine wertvolle Lehre hinterlassen: Eine Weide ist flexibel, aber ein hoher Baum ist zerbrechlich.

Der Stil wurde im Lauf der Geschichte verschieden genannt, unter anderem auch Jutaijutsu, Jujutsu und Dakentaijutsu. Der Ryu wurde stark vom Takenouchi Ryu Jujutsu und vom Kukishin Ryu beeinflusst.

Im 17. Jahrhundert hatten der Soke des Takagi Yoshin Ryu, Takagi Gebboshin Hideshige und der Soke des Kukishin Ryu Ohkuni Kihei Shigenobu einen Wettkampf und wurden enge Freunde. Beide Systeme tauschten Informationen und wurden deshalb umstrukturiert.

Der Ryu wurde zu Takamatsu Toshitsugu durch Mizuta Tadafusa Yoshitaro im August 1908, und zu Hatsumi Masaaki im Mai 1959 weitergereicht.

 

Kumagakure Ryu

Die Schule der verborgenen Wolke

Das Taijutsu des Kumogakure Ryu ist dem des Togakure Ryu sehr ähnlich. Wahrscheinlich wurde der Kumogakure Ryu von der Toda-Familie gegründet.

Die Ninja des Kumogakure Ryu zogen mit gepanzerter Kleidung in die Schlacht. Eine andere interessante Sache ist, das in diesem Ryu manchmal eine Dämonenmaske getragen wurde. Eine der Spezialwaffen des Kumogakure Ryu ist der Kamayari. Beim Kampf gegen Schwertträger wurden die Haken benutzt, um die Schläge abzuwehren. Die Haken wurden aber auch benutzt, um Gegner von oben zu töten. In den Densho des Kumogakure Ryu wird ein Ninja namens Sarutobi Sasuke erwähnt, der den Hakenspeer benutzte, um sich von Baum zu Baum zu bewegen. Eine andere Spezialität ist das Überlebenstraining und die Kunst in allen Situationen Feuer zu entzünden.

Es gibt wahrscheinlich viele Techniken, bei denen nur kleine Schritte gemacht werden, weil Frauen damals den traditionellen Kimono trugen.

 

Togakure Ryu

Die Schule der verborgenen Tür

Im Jahre 637 gründete Gyoja E’no auf dem Berg Hiei zan die Mikkyo-Sekte. Sein Schüler Dengyo Daishi gründete die Tendai Shugendo Sekte des Buddhismus, und errichtete ihr das Kloster Enryakuji auf dem Berg Hiei zan. Diese Mönche existieren noch heute und üben sich immer noch in Shugendo oder Bergasketentum: das eigene Selbst reinigen durch Prüfung und Leiden.

Nahe des Berges Hiei zan war ein kleiner Ort der Togakure hieß, in der Provinz Shinano gelegen. Ungefähr 1161 wurde hier Nishina Daisuke in eine Samuraifamilie geboren. Er lernte früh im Tendaikloster auf dem Berg Togakure (Berg Hiei zan) nahe bei seinem Ort.

Diese frühen Erfahrungen spielten eine wichtige Rolle, als Daisuke später ein System des Kampfes, Überlebens und der Infiltration gründete.

Es ist wichtig die Gründe zu verstehen, die zur Gründung des Togakure Ryu Ninpo führten. Ninshina Daisukes Vater war Nishina Yukihiro, der ein hochrangiger Samurai im Dienste des Fürsten Minamoto Yoshinaka war, dem Cousin des ersten Shogun von Japan.

Als Minamoto Yoshinaka ein kleines Kind war, wurde ein Samurai von einem seiner Rivalen geschickt um ihn und seine Mutter zu töten. Yoshinakas Mutter entkam mit ihm und begab sich im Geheimen zum Haus eines Bauern, der loyal zu ihrer Familie stand. Später wurde Yoshinaka in das Dorf Kiso in Shinano gebracht, nicht weit entfernt des Dorfes Togakure.

Nishina Yukihiro von Togakure kam in seinen Dienste. Jahre später hatte Yoshinakas Familie ihre Rivalen besiegt und wurde Herrscher über Japan. Doch Yoshinaka wurde als Bedrohung der Führerschaft angesehen und viele wandten sich gegen ihn. Minamoto Yoshinaka hatte seinen Namen in Kiso Yoshinaka, den Namen des Ortes in dem er lebte verändert, was früher üblich war. 1184 wurde Yoshinaka von der Armee seines Halbbruders angegriffen. Sechzigtausend Samurai trafen nahe Kyoto auf Yoshinakas Armee. Die Schlacht wurde Awaze no Kassan genannt und Kiso Yoshinaka wurde durch einen Pfeil im Auge getötet. Auf seiner Seite hatte Nishina Yukihiro von Togakure, der ebenfalls getötet wurde, und sein Sohn Nishina Daisuke, der überlebte, gekämpft.

Daisuke musste, weil er auf der Verliererseite stand, ins weit entfernte Iga vor Verfolgung fliehen. Er floh in die weit entfernten Orte, die in den Nebeln der hohen Berge und dichten Wälder verborgen waren. Seinen Namen änderte er in Togakure Daisuke, nach dem Ort seiner Geburt benannt.

Als er in Iga war wurde Daisuke von Kain Doshi (Kagakure Doshi) gefunden. Kain Doshi war ein Shinobi, der dritte Soke des Hakuun Ryu, der einer der ursprünglichen Ninjutsu Systeme war, die aus den Lehren des Ikai (Yi Gai, der die Wurzeln des Koshijutsu aus China mitbrachte) geschaffen worden waren.

Es ist durchaus möglich, das Doshi Daisukes Onkel war und dass Daisuke nach Iga geflohen war, um ihn zu finden.

Daisuke lernte Doshis Kriegerlehren und fügte diese zu seinem eigenen Shugendo-Glauben hinzu, die Anfänge des Togakure Ryu waren gefunden. Aber Daisuke lernte nicht allein unter Kain Doshi. Bei ihm war Minamoto no Kanesada Shima Kosanta. Er war ein hochrangiger Samuraigefolgsmann, der auch in der Schlacht von Awaza no Kassan gekämpft hatte und ein Freund von Daisuke und seinem Vater geworden war. Shima war in der Schlacht verwundet worden und von Daisuke nach Iga gebracht worden. Er sollte der zweite Soke des Togakure Ryu werden. Nach Daisukes Tod nahm er den Namen Togakure Daisuke II an. Sein Sohn Togakure Goro, der dritte Soke änderte die Lehren des Togakure in das Ninjutsu-Sytem, das heute noch gelehrt wird. Der 11., 12. und 13. Soke des Ryu waren nach der Hauptstadt von Iga Ueno benannt.

Es wird erzählt das die Mitglieder des Hattori Clan den Togakure Ryu übten. Hattori Hanzo ist der berühmteste aller Ninja. Auch die Mitglieder der Momochi-Familie trainierten dieses System, und der 21. Soke des Togakure Ryu war Momochi Kobei, ein Nachkomme des Momochi Sandayu, des zweiten berühmten Ninja und einer leitender Persönlichkeit der Iga-Region.

Wie in den meisten Kampfkünsten, blieb die Kontrolle innerhalb der Familie, die den Stil erfunden hatte und wurde vom Vater auf den Sohn weitergereicht. Der Togakure Ryu folgte diesem Brauch bis in das 16. Jahrhundert. Als die direkte Verwandtschaft ausgestorben war, war es Toda Nobutsuna, das beste Mitglied des Systems, dem die Leitung des Ryus übertragen wurde und der der 24. Soke wurde.

Als die Toda ungefähr 1625 die Kontrolle übernahmen, fügten sie ihr eigenes Ninjutsu-System, das Kumogakure Ryu dazu. Sie kontrollierten auch den Gyokko Ryu und Koto Ryu, und von da an wurden diese Systeme zusammen weitervererbt.

Der 32. Soke des Togakure Ryu, Toda Shinryuken Masamitsu, war ein Schwertkampflehrer des Tokugawa Shogunats in der Mitte des 19. Jahrhundert.

Er trat von diesem Posten zurück, als er erkannte, das die Männer, die er den Schwertkampf lehrte, später andere Japaner töten sollten. Dieses war gegen das Gesetz des Togakure Ryu. Der 33. Soke, Takamatsu Toshitsugu, war das letzte Mitglieder der Toda-Familie, der den Togakure Ryu kontrollierte. Mit der Gründung der Tendai Shugendo Sekte, ist seitdem fast ein Jahrtausend vergangen.

 

Gyokko Ryu

Schule des mit Juwelen geschmückten Tigers

Das Gyokko Ryu Koshijutsu ist die älteste der neun Kriegertraditionen des Bujinkan, und man kann ohne Frage sagen, dass es den Kern von den Meisten unserer Künste ist. Hatsumi Sensei hat festgelegt, dass das Koshijutsu die Basis für die folgenden Systeme bildet: Togakure Ryu, Koto Ryu, Gikan Ryu, Shinden Fudo Ryu, Gyokushin Ryu und Kumogakure Ryu. Gyokko bedeutet mit Juwelen besetzter Tiger oder Tigerjuwel und kann sich auf das Auge des Tigers beziehen.

Die Methode der Bewegung und die Grundprinzipien wurden in China während der Tang Dynastie (618-907) entwickelt. Man vermutet wegen der Bewegungen, dass es entweder von einem kleinen Mann oder einer kleinen Frau entwickelt wurde. Es ist bekannt, dass es am Hof in Chan’an (heute Xi’an) eine Frau gegeben hat, die sehr bekannt für ihre Kampfkünste war. Als die Tang Dynastie 907 gestürzt wurde flohen viele der Adligen nach Japan. Die Namen Yo Gyokko (Yao Yu Hu) und Cho Gyokko werden mit der Ankunft Kampfkunst in Japan in Verbindung gebracht (vielleicht waren sie ein und die selber Person). General Ikai (oder Ibou) wird auch mit dem Ursprung des Gyokko Ryu in Verbindung gebracht. Nach Hatsumi könnte diese Person auch jemand (bou) aus einem fremden Land (I) sein.

Der erste richtige Soke des offiziellen Gyokko Ryu war Tozawa Hakuunsai. Sein Name könnte eine Verbindung mit dem Hakuun Ryu Ninjutsu bedeuten, der nicht mehr existiert. Das alles fand in der Hogen Ära (1156-1159) statt, was den Gyokko Ryu zum ältesten dokumentierten Kampfsystem in Japan macht.

Koshijutsu bedeutet den Tiger mit einem Finger niederschlagen. Deshalb gibt es starkes Schlagtraining, vor allem für die Finger, Zehen und Knöchel, aber auch mit allen anderen Körperteilen. Charakteristisch für den Kampfstil sind kraftvolle Blöcke mit den Knöcheln, die die Muskeln des Angreifers zerstören, zerreißende und bohrende Techniken mit Fingern und Zehen, kraftvolle Stampftritte, Greiftechniken und Würfe. Im Gyokko Ryu wurde gelehrt nur soviel Kraft anzuwenden, wie nötig war, um den Gegner zu besiegen. Zusätzlich war der Ryu noch für seine Fähigkeiten mit den Schwert bekannt, für Rokushakubo und Tanto.

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